Aufruf zur Mithilfe: „Frauen der ersten Stunde“

Frauen in Stolbergs Kommunalpolitik seit 1919

Im Jahr 2018 jährt sich die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland zum einhundertsten Male. Mit der Kommunalwahl von 1919 zogen auch in Stolberg erstmals Frauen in die Stadt- und Gemeindevertretungen ein. Die Gleichstellungsbeauftragte der Kupferstadt Stolberg, Frau Susanne Goldmann, möchte die aktive Rolle von Frauen in Stolbergs Kommunalpolitik von Beginn an würdigen. Dazu braucht es zuvor eine historische Aufarbeitung, welche Frauen dies überhaupt waren. 

Stadtarchivar Christian Altena hat dafür entsprechende Archivquellen ausgewertet und eine Anzahl von etwa zwanzig „Frauen der ersten Stunde“ in Stolberg ermittelt. Oftmals sind nur Namen und Parteizugehörigkeit bekannt und nicht immer Lebensdaten zu ermitteln. Hinweise auf persönliche Motivation, politische Aufgabenfelder etc. sind fast nicht nachzuvollziehen. Um den „Frauen der ersten Stunde“ in der damaligen Stadt Stolberg und den ehemaligen Gemeinden Büsbach, Gressenich und Zweifall ein Gesicht zu geben, wenden sich nun Frau Goldmann und Herr Altena an alle Kupferstädter Bürgerinnen und Bürger. Die Verwaltung bittet um Mitteilungen, die den Bürgerinnen und Bürgern vielleicht durch familiäre Beziehungen oder in anderer Form bekannt sind.

Die ersten drei Frauen in Stolbergs Stadtverordnetenversammlung von 1919 waren Anna Kohnen, Maria Schell und die Ehefrau von Theodor Hermanns (ihr Vorname ist leider nicht bekannt). Von 1920 bis 1933 waren des Weiteren Johanna Kohl, Christine Büngens, Kunigunde Gronenschild, Anna Margarethe Strauch, Johanna Katharina Peltzer und Juliane Decker gewählte Vertreterinnen.

In der Gemeinde Büsbach war Gertrud Mertes 1919-1923 in der Gemeindevertretung Mitglied, in Gressenich Frieda Louise Dichans um 1930. In Gressenich und Zweifall sind zur Zeit der Weimarer Republik keine Frauen als Mitglieder zu verzeichnen.

Die Nazis verbannten 1933 Frauen aus der politischen Arbeit, so dass es ab 1946 im demokratischen Neubeginn wieder eine Reihe von Frauen zu benennen gibt. In Stolberg waren dies Maria Wolf, Anna Maria Lude, Margarete Wimmer, Margot Sauer und Margarete Gawel (betrachtet im Zeitraum bis 1970). Für die ehemalige Gemeinde Gressenich ist kurzzeitig Elise Schreiber aus Mausbach im 1946 von der britischen Militärregierung ernannten Gemeinderat vertreten und in Zweifall von 1957 - 1961 Wanda Deckert.

Für die Aufarbeitung des Engagements von Frauen in den lokalen bürgerschaftlichen Vertretungen freuen sich über Mitteilungen zu genannten „Frauen der ersten Stunde“: 

Frau Susanne Goldmann 
Tel.: 02402/766 83 14 
susanne.goldmann@stolberg.de

Herr Christian Altena
Tel. 02402/13-364
christian.altena@stolberg.de