Die Kapelle des Samaritanerheims

Das Zusammenspiel von Licht und Glas prägt die Kapelle des Samaritanerheimes. Kunstvolle Ausstattungsgegenstände ergänzen die geschmackvolle Einrichtung. Eine Pracht, die sich versteckt.

Die Kapelle liegt im Innenbereich des Seniorenwohnheimes an der Samaritanerstraße. Ursprünglich besaß das Haus zwei Kapellen. Der Andachtsraum für evangelische Christen musste einem zusätzlichen Zimmer weichen.

Die Wurzeln der Kapelle und Seniorenwohnheim liegen in San Antonio / USA. Betroffen von der Not im kriegszerstörten Deutschland riefen 1946 die Brüder Wilhelm (1891 bis 1988) und John Pohlen (1885 bis 1969) ein Hilfswerk ins Leben. Die Organisation „The Good Samaritans of America“ sammelte Geld und verschickte Pakete. Das Ziel war der Bau eines Altenheimes. Entstehen sollte das Projekt in der Geburtsstadt der Initiatoren – in Stolberg. Nachdem sich in der Kupferstadt ein Trägerverein gebildet hatte, konnte im Frühjahr 1952 auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerkes Hölter der Grundstein gelegt werden.

Eröffnet wurde das „Heim des Guten Samaritan“ am 16. Februar 1955. Nicht nur das Wohnheim, auch die Kapelle wurde von Wilhelm und John Pohlen großzügig mit Spenden bedacht. Die Finanzierung der Inneneinrichtung unterstützten die Wohltäter mit 20.000 Mark.

Der Glasmaler Walther Brenner entwarf die Fenster und der Kupferstädter Goldschmied und Graveurmeister Ludwig Mohnen (1910 bis 1976) fertigte die sakralen Gegenstände.

Dominierend sind die bunten Glasfenster. Sie verbreiten ein geheimnisvolles, von kräftigen Blau-, Rot- und Grüntönen beherrschtes Licht. Walther Brenner, der gemeinsam mit Anton Wendling Ende der 40er / Anfang des 50er Jahre die Chorhalle im Aachener Dom gestaltete, hat die Fenster 1954 geschaffen.

Eine Inschrift im Altarraum der Samaritaner-Kapelle gibt Auskunft über Künstler und Fertigungsdatum. Sein Atelier hat der 1912 in Aachen geborene Walther Benner in Kelmis, Belgien. Die bleiverglasten Malereien stellen Kreise dar: Ornamente, die an die Zeit des Bauhauses erinnern.

Nicht nur Walther Brenner hat sich im Samaritanerheim verewigt. Die Glasmalereien im Eingangsbereich – ausgeführt in Echt-Antikglas, Opal- und Opakglas, wurden 1971 von der Glaskünstlerin Maria Kratzgrau (1912 bis 1998) entworfen.

Schmuckstücke beinhaltet die Kapelleneinrichtung von Ludwig Mohnen. Ins Auge fällt der Tabernakel. Auf versilberten Messingplatten sind Engel eingraviert. Ergänzt wird das Kunstwerk durch zahlreiche, in Gold eingefasste Emailknöpfe.

Verwaltet wird die Kapelle von Küsterin Schwester Leokardia. Wer die Kapelle im Heim des Guten Samaritan, Samaritanerstraße 14, einmal besichtigen möchte, wird gebeten sich bei der Hausleitung, Tel. 02402 / 90 30 10, anzumelden.