Die Kirche im Ortsteil Venwegen

Venwegen wurde im Jahre 1303 erstmals urkundlich erwähnt, kann also auf eine 700 jährige Geschichte zurückblicken. Bestandteile der Ortsgeschichte sind die Entwicklung von Kirche und Kapelle.

Venwegens Kirche entstand im Jahre 1782. Als Bauplatz diente eine Felsanhöhe an der heutigen Vennstraße. Geweiht wurde das Gotteshaus von Administrator Baron Carl Caspar von der Horst aus Kornelimünster.

Sehenswert ist die prachtvolle Ausstattung. Die kleine Dorfkirche beherbergt zahlreiche Kunstwerke. Zum Kirchenschatz gehören Reliquiare, Skulpturen, Fester und Tabernakel.

Ins Auge fällt der Hochaltar. Zentraler Mittelpunkt ist der drehbare Tabernakel im Rokokostil. Das Kleinod stammt aus der Aachener Kirche St. Jakob und wurde vermutlich im 18. Jahrhundert von Johann Josef Couven geschaffen.

1974 wurde die mit Blattgold belegte Rarität von dem spanischen Künstler Eliseo Gutierrez restauriert. Stiftungen sind die Kirchenfenster im Chorraum. Laut Inschrift sind sie ein Geschenk der Familien Josef Kloubert und Gertrud Stevens.

Eingebaut wurden die im Nazarener-Stil ausgeführten Glasmalereien im Jahre 1901. Die Darstellungen sind der Heiligen Familie und den Pfarrpatroninnen Brigida und Appolonia gewidmet.

In einer Nische befindet sich ein Kleinod. Die siebenköpfige Bildhauerarbeit – „Beweinung Christi“ genannt – stammt ursprünglich aus einem niederländischen Schnitzaltar des 16. Jahrhunderts.

Kostbarkeiten sind auch die Reliquiare (Brigida und Appolonia) sowie die silberne Sonnenmonstranz. Sie entstanden im 17. und 18. Jahrhundert.

Venwegen besitzt am Rainweg ein weiteres Gotteshaus. Die Kapelle des Hauses „Maria im Venn“ wurde 1974 geweiht. Die Ausstattung – Rosenkranzdarstellung im Chorraum, Ambo, Altar und Tabernakel – hat der Kohlscheider Goldschmied Peter Bücken geschaffen. Die mit Ornamenten geschmückten Fenster sind das Werk des Glaskünstlers J. Beek aus Nettetal.

Geleitet wird das Haus, das zusätzlich aus einem Kindergarten und einem Seniorenheim besteht, von der Ordensgemeinschaft der Christenserinnen. Entstanden ist der Orden bereits im 13. Jahrhundert. Am Anfang stand eine Gruppe von Frauen, Jungfrauen und Witwen. Die Beginen widmeten sich der Armen-, Kranken- und Bedürftigenpflege.

Mitte der 70er Jahre verlegten die Christenserinnen ihre Zentrale (Mutterhaus) von Aachen nach Venwegen. Die Christenserinnen besitzen in der Kupferstadt noch ein weiteres Standbein. Auch das Samaritanerheim im Stadtzentrum befindet sich in Trägerschaft der Venwegener Ordensgemeinschaft.