Die Kapelle im Bethlehem Gesundheitszentrum

Die Kapelle des Bethlehem-Gesundheitszentrum beherbergt Kunstwerke aus Stiftungen. Priester, Ärzte und Fabrikanten schenkten Kelche, Glasmalereien und Altarschmuck. Reliquien ergänzen die reichhaltige Ausstattung.

Ein Beispiel ist das reich verzierte Ewige Licht. Laut Inschrift ist es eine Schenkung von Prälat Georg Buscher. Gewidmet hat der Priester die kostbare Spende seiner Schwester Elisabeth. Ewiges Licht, Altarkreuz, Tabernakel und Monstranz hat der Goldschmied und Graveurmeister Ludwig Mohnen (1910 bis 1976) angefertigt.

Der Künstler, der im Steinweg und in der Stielsgasse seine Werkstatt hatte, ist heute weitgehend vergessen. Seine sakralen Kunstwerke, die vorwiegend in den 50er und 60er Jahren entstanden, schmücken nicht nur Kupferstädter Kirchen, sondern auch Gotteshäuser von Borkum bis Koblenz.

Die sakralen Gegenstände der Kapelle sind mit roten Email-Auflagen, Vergoldungen und Bergkristallen versehen. Schenkungen sind außerdem die bunten, ornamentalen Fenster auf der rechten Kapellen-Seite. Die in kräftigen Blau-, Rot- oder Grau-/Brauntönen ausgeführten Glasmalereien haben keine besondere Symbolik. Die Fenster im Altarraum sind Schenkungen der Familien Dr. Peter Weiß und Peter Brungs.

Dr. Peter Weiß (1914 bis 1971) war der Gründer der orthopädischen Abteilung. Entworfen hat die 1960 eingebauten Fenster der Glasmaler Ernst Jansen-Winkeln (1904 bis 1992). Über 150 öffentliche und private Gebäude, darunter viele Kirchen im In- und Ausland, sind mit Glasmalereien des Mönchengladbacher Künstlers geschmückt.1958 gewann er den Wettbewerb zur Gestaltung der Bethlehem-Kapellenfenster. Hergestellt wurden die bunten Fenster in der 1857 von dem Landarzt Dr. Heinrich Oidtmann gegründeten gleichnamigen Linnicher Glas- und Mosaikwerkstatt.

Sakrale Schätze sind auch die Messkelche. Gestiftet wurde der barocke Silberkelch von dem Priester und Mundartdichter Bartholomäus Heidenthal. Weiteres kunstvolles Altargeschirr haben die Fabrikantenfamilie Wirtz und W. Gross zur Verfügung gestellt.

Die Rückwand der Kapelle ist mit römischem Travertin verkleidet. Das grobporige helle Kalkgestein ist ein edles Material. Bereits in der Antike wurde es für Säulen und Skulpturen verwendet.

Reliquien – Knochensplitter und Stoffreste – sind im Bild der Ordensgründerin, der seligen Franziska Schervier, und im früheren Altarkreuz eingelassen. Patron der Kapelle ist Papst Pius X. Geweiht wurde sie im Jahre 1959. In der Tradition des Krankenhauses ist sie bereits das sechste Gotteshaus. Den Anfang machte 1863 eine kleine Hauskapelle im „Bergenés-Höffchen“.

Ein Schmuckstück war die auf dem Krankenhausgelände gelegene Antoniuskapelle von 1893. Ende der 50er Jahre musste sie Neubauten weichen. Betreut wird die heutige Kapelle von Küsterin Schwester Maria Agnese. Geöffnet ist das Gotteshaus täglich von 7 bis 18 Uhr und befindet sich in der zweiten Etage des Hospitals an der Steinfeldstraße.