Die Pfarrkirche im Ortsteil Gressenich

Die Gressenicher Pfarrkirche besitzt prächtige Kunstwerke. Skulpturen, Taufstein, Altar und Kreuz zählen zum Kirchenschatz. Blickfang im Chorraum ist der aufklappbare, dreiteilige Flügelaltar aus Eiche.

Auf den bemalten Innenseiten sind Szenen aus dem Leben Mariens, auf den Außenseiten Abbildungen der Passion Christi zu sehen. Der Mittelteil wird von kleinen Figuren geschmückt. Dargestellt sind Christus, die zwölf Apostel sowie die Heiligen Barbara, Katharina und Laurentius.

Die Ende des 15. Jahrhunderts entstandene Rarität überstand geschädigt die Kriegswirren. Eine weitere Besonderheit ist die Skulptur der Anna Selbdritt. Die dreiköpfige Figurengruppe ist eine niederrheinische Schnitzarbeit aus dem 15. Jahrhundert. Die Darstellung zeigt die Mutter Anna, die Tochter Maria und das Enkelkind Jesus.

Das 1965 geweihte Gotteshaus steht unter dem Patronat des heiligen Laurentius. Der römische Diakon starb im Jahre 258. Ein glühender Rost beendete sein Leben. Der Märtyrer ist ein viel beschäftigter Heiliger. Unter seinen Schutz stellen sich Wirte, Glasbläser, Büglerinnen, Köche Bibliothekare, Schüler, Studenten und Arme. Er wird um Hilfe gebeten bei Verbrennungen, Fieber, Ischias, Augenerkrankungen und Hautleiden.

Die Kirche St. Laurentius besaß Vorgängerbauten. Vermutlich war bereits zur Frankenzeit der höchste Punkt des Ortes durch ein Gotteshaus gekrönt. 842 machte Ludwig der Deutsche das karolinische Königsgut „Crasciniacum“ der Abtei Kornelimünster zum Geschenk. Historisch belegbar ist die Entstehungszeit der alten Kirche. Das Gotteshaus stammte aus dem 15. Jahrhundert. Der spätgotische, dreischiffige Bruchsteinbau mit dem markanten Turm fiel dem Krieg zum Opfer.

Anfang der 60er Jahre machte die Ruine einem Neubau Platz. Zum Bedauern vieler Gressenicher hat man es beim Wiederaufbau versäumt, die Überreste der ehemaligen Dorfkirche in den Bau zu integrieren.