St.Herrmann Josef im Stadtteil Liester

Die Kirche St. Hermann-Josef ist schlicht. Schätze besitzt das Gotteshaus auf der Liester nicht. Und doch hat der Backsteinbau seine Besonderheiten.

Gebaut wurde die Kirche in den Jahren 1966/67. Das Grundstück stellte die katholische Pfarrgemeinde Büsbach zur Verfügung, und die Anregungen zum Bau lieferte der damalige Münsterbuscher Pfarrer Karl Scheidt (Pastor von 1946 bis 1972).

Das nach dem Kriege umgebaute Heideland Liester erlebte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts einen Bauboom. Ein neuer Stadtteil entstand. Dem Bevölkerungszuwachs Rechnung tragend, wurde aus Teilen der Pfarren Münsterbusch, Büsbach und St. Lucia ein neuer Seelsorgebezirk gebildet.

 Gekrönt wurde die Pfarrgründung mit der Einweihung der Kirche St. Hermann-Josef am 19. Dezember 1967. Entworfen hat die Saalkirche, die einen quadratischen Grundriss besitzt, Architekt Heinz Kaldenbach aus Eschweiler. Das Innere wird geprägt von der Weite des Raumes, Tageslicht spenden große Fenster. Angeordnet sind sie unterhalb der flachen Holzdecke und seitlich von Chor und Eingangsbereich. Oberflächengeriffeltes, transparentes Drahtglas dient als Ersatz für kostbare Glasmalereien. Schlicht sind auch die unverputzten Ziegelsteinwände.

Gestaltung erhält St. Hermann-Josef durch die Inneneinrichtung. Im Altarraum fällt ein besonders schönes Hänge-Kreuz aus Bronze ins Auge.

Geschaffen hat es der Kupferstädter Goldschmied und Graveurmeister Ludwig Mohnen (1910 bis 1976). Die Kreuzarme werden von Bergkristallen geschmückt. Auffallend ist die Blaustein-Skulptur des Pfarrpatrons, des Heiligen Hermann-Josef. Sie befindet sich seitlich des Eingangsbereiches. Geschaffen hat das Kunstwerk der Mulartshütter Bildhauer Hermann Pier (1925 bis 1984).

In seinen Händen hält Hermann-Josef, einst Mönch des Klosters Steinfeld (Eifel), eine Rose, laut Legende ein Geschenk der Gottesmutter Maria.

Bereich der Nordwestwand liegt die Andachtskapelle. Sie wird für Werktagsgottesdienste genutzt. Der 93 Quadratmeter große Raum wird geprägt durch die kunstvolle Tabernakeloberfläche von Ludwig Mohnen und der Maria-Hilf-Ikone, einer geschmackvollen Emailearbeit. Wer die Kirche St. Hermann-Josef besichtigen möchte, wird gebeten, sich beim Küster Tel. 02402 / 26427 anzumelden.