St. Hubertus im Ortsteil Büsbach

Die Pfarrkirche in Büsbach ist ein imposantes Bauwerk. Auch ohne Glockenturm ist die neugotische Basilika auf dem Felsmassiv ein markanter Punkt im Ortsbild. Der Einsturz-gefährdete 54 Meter hohe Turm musste Anfang der 90er Jahre beseitigt werden.

Beeindruckend ist nicht nur das Äußere. Der „Dom der Voreifel“ besitzt einen reichhaltigen Kirchenschatz. Zu den Raritäten gehören sakrale Gegenstände, Glasmalereien und Skulpturen. Die ältesten Stücke stammen aus der 1680 gebauten Kapelle. Der Vorgängerbau, der 1846 einer größeren Kirche Platz machte, lag unterhalb des Felsens an der Einmündung zur Hostetstraße. Zu den Überbleibseln der einstigen Kapelle gehören die barocke Holzschnitzarbeit des Pfarr- und Kirchenpatrons. Dargestellt ist St. Hubertus im bischöflichen Ornat. Hubertus, Schutzpatron der Jäger, war im 8. Jahrhundert Bischof von Lüttich. 

Seine Gebeine ruhen im Ardennenort St. Hubert. Der Legende nach war ein kreuztragender Hirsch für die Bekehrung des Heiligen verantwortlich. Liturgische Gegenständer St. Hubertus-Kirche sind vielfältig vorhanden und kostbar. Für die Anschaffung der Reliquiare, Kelche, Monstranzen und Kreuze aus unterschiedlichen Stilepochen sorgten Priester und Gläubige. Zu den Goldschmiedearbeiten des 18. Jahrhunderts gehören zwei Reliquiare. Sie enthalte – umgeben von einem barocken Strahlenkranz – Knochenfragmente des Ortsheiligen. Vom Historismus sind die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen „Nazarener-Fenster“ geprägt. Die Nazarener waren eine in Rom tätige deutsche Künstlergruppe. Sie fühlten sich einer vom bayerischen König Ludwig beeinflussten nationalen Kunstrichtung verpflichtet.

Neue Fenster erhielt St. Hubertus im Jahre 1962. Den Entwurf machte Professor Heinrich m. Dieckmann aus Mönchengladbach, für die Herstellung war die Kölner Glasmalerei-Werkstadt Dr. Reuter verantwortlich. An den früheren Turm erinnert im Außenbereich gelagerte Gegenstände. In den Nischen lagern Ziffernblätter und Fialen aus Blaustein sowie drei Glocken. Hubertus-, Marien-, und Michaelglocke entstanden im Jahre 1922. Die Fialen – von einer Kreuzblume gekrönte Ziertürmchen – schmückten seit 1983 den Turm. Ein weiteres Gotteshaus befindet sich an der Bischofstraße. Eingeweiht wurden Kapelle und Wohngebäude des „Marienheimes“ im Februar 1966. Die Kapelle ist schlicht. Blickfang sind die in Blautönen gehaltenen ornamentalen Fenster und die sakralen Gegenstände. Die mit Halbedelsteinen versehenen Oberflächen von Tabernakel, ewigen Licht und Kreuz tragen die Handschrift des Kupferstädter Goldschmied und Gravurmeister Ludwig Mohnen (1910 – 1976).