St. Maria Empfängnis im Ortsteil Dorff

Marienverehrung hat im Stadtteil Dorff, der bis 1935 zur Gemeinde Büsbach gehörte, eine lange Tradition. Bereits der Vorgängerbau der Kirche St. Maria Empfängnis war der Gottesmutter geweiht.

Die Spuren der alten Kapelle sind verwischt. Überlebt hat nur die schlichte, in Blaustein gefasste Eingangstüre. Das Portal befindet sich seitlich am Haus Krauthausener Str. 1. Inschrift und Jahreszahl weisen in das Jahr 1756.

Die heutige Kirche entstand 1867. Die alte Kapelle war zu klein geworden. Das Baugrundstück, einst eine Wiese, ist eine Schenkung der Eheleute Korr. Seit dem 1. April 1904 ist die katholische Gemeinde Dorff selbständiges Pfarrrektorat.

Als Entschädigung erhielt die Mutterpfarre Büsbach St. Hubertus bis Mitte der 30er Jahre eine Ausgleichszahlung von jährlich 180 Mark. Die Bezeichnung Rektorat wurde später durch den Titel Vikarie ersetzt.

Die Inneneinrichtung von St. Maria Empfängnis hat ihre Besonderheiten. Die ältesten Gegenstände stammen aus der Zeit um 1900. Sie sind während der Amtsperiode von Pfarrrektor Dr. Peter Schmitz (1903 – 1906) angeschafft worden. Zu den Schmuckstücken des Kirchenschatzes zählen mehrere Kelche und Monstranzen. Ein reich verzierter, vergoldeter Kelch stammt aus dem Jahre 1905. Er wurde laut Inschrift von Elisabeth Lütten gestiftet.

Sehenswert ist die vergoldete Turmmonstranz von 1904. Sie wurde im vergangenen Jahr restauriert. Rätselhaft ist der Verbleib der Einrichtungsgegenstände aus den Kindertagen der Dorffer Kirche. Die Chronik berichtet von Ausstattungsstücken, die aus der alten Büsbacher Kapelle stammten. Oder von Mobilar, das aus dem Verkauf wertvoller Schmuckstücke finanziert wurde.

Der Schmuck gehörte zur Bekleidung der alten Dorffer Marienstatue. Harmonisch wirkt das Zusammenspiel von alten und neuen Kirchenfenstern. Eine Inschrift gibt Auskunft über die Stifter. Die mit Ornamenten verzierte Glasmalerei in der linken Seitenwand ist ein 1906 erfolgtes Geschenk der Witwe Laurentius Gatz. Bei Sonnenschein verzaubert ein warmes Farbenspiel den Chorraum. Hergestellt wurden die 1992 eingebauten Fenster von der Firma Hans Gasper aus Niederzier. Dem Marienkult ist auch die kleine Kapelle im Außenbereich der Kirche gewidmet. Entstanden ist die ehemalige Grotte in der zweiten Hälfte der 50er Jahre. 1983 erhielt das Bauwerk eine Schieferhaube und der Eingangsbereich ein schmiedeeisernes Gitter. Die Fatima-Madonna ist das Ziel zahlreicher Beter.