Die St. Rochus Kirche im Ortsteil Zweifall

Die Pest ist verantwortlich für das Patronat der Zweifaller Pfarrkirche. Die Seuche – auch der schwarze Tod genannt – bedrohte im 16. Jahrhundert das Vichtbachtal. Abhilfe bot die Verehrung des heiligen Rochus.

Die Anrufung des aus Montpellier in Frankreich stammenden Heiligen, der die Pest am eigenen Körper erlitt – versprach Schutz und Heilung. So war es nur folgerichtig, dass die 1521 gebaute Kapelle dem heiligen Rochus geweiht wurde.

1852 musste das kleine Gotteshaus einer größeren Kirche weichen. Ein Erweiterungsbau erfolgte im Jahre 1962.

Alt und neu verschmolzen zu einer Einheit. Die Ausstattung von St. Rochus ist prächtig. Zum Kirchenschatz gehören sakrale Gegenstände, Skulpturen, Altäre und Fenster. Die Kirchenfenster entstammen unterschiedlichen Stilepochen. Die Glasmalereien im Mittelschiff der alten Kirche sind dem Nazarener Stil des 19. Jahrhunderts zuzuordnen. Die Fenster im einstigen Chorraum – Darstellungen der Pestheiligen Rochus und Sebastian – wurden Anfang der 50er Jahre eingebaut.

Farbenprächtige Lichtspender sind die 1963 fertiggestellten Glasmalereien von Hermann Gottfried. Kunstwerke sind die barocken Seitenaltäre. Die dazugehörige Madonnen-Figur entstand im 16. Jahrhundert.

Ins Auge fällt der Taufstein. Er stammt aus der Vorgängerkirche. Geschmückt ist der kelchförmige, 1662 behauene Blaustein, mit den Namen von sechs Reitmeistern. Die wohltätigen Sponsoren beherrschten einst die Zweifaller Eisenindustrie.

Eine Besonderheit ist die Statue des heiligen Rochus. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Bildhauerarbeit ist aus Birnbaumholz gefertigt. Ausdrucksstark in Gestik und Mimik ist die Darstellungsform.

St. Rochus weist mit dem Zeigefinger auf seinen mit einer Pestbeule verunstalteten Oberschenkel. In der anderen Hand hält der Heilige einen Pilgerstab. Auf dem Umhang ist das Pilgersymbol – die Muschel – zu sehen. Rochus unternahm im 14. Jahrhundert eine Pilgerreise nach Rom. Während der Reise pflegte er Pestopfer, erkrankte selbst und überstand die Epidemie.

In das 20. Jahrhundert weist eine weitere Zweifaller Kirche. Oberhalb von St. Rochus – in der Gemarkung „Pluseschell“ – liegt das Karmelitinnenkloster „Maria Königin“. Kirche und Kloster entstanden im Jahre 1955.

Das Gotteshaus ist zweigeteilt. Der obere Bereich ist dem Orden vorbehalten. Blickfang des so genannten Schwesternchores ist eine Darstellung der Gottesmutter. Geschaffen hat das Werk der Aachener Künstler Bonifatius Stirnberg.

Den Sockel der Mitte der 70. Jahre gefertigten Bronzeskulptur schmückt eine Abbildung aus der Entstehungszeit des Klosters. Die Wurzeln des Karmeliterordens liegen in Palästina. Fränkische Einsiedler gründeten auf dem Berg Karmel die erste Gemeinschaft. In Deutschland gibt es die Karmelitinnen seit dem Jahre 1452.