Finkenbergkirche

Die Ausstattung der evangelischen Finkenbergkirche ist traditionell schlicht. Nichts sollte die Andacht der Reformierten stören. Bilder und Skulpturen waren unerwünscht. Das führte allerdings nicht zum Verzicht auf Kostbarkeiten.

Finkenbergkirche_2 Als Sinnbild für den opferbereiten Christus gilt der Pelikan. Dargestellt ist der Vogel, der seine Jungen mit dem eigenen Blut nährte, am Fuße der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandenen Kanzel.

Raritäten sind die sakralen Gegenstände. Zu den ältesten Stücken gehören Taufschale und Kanne aus Silber. Die mit biblischen Szenen geschmückten Kunstwerke sind ein Geschenk der Gemeindemitglieder Johann Wilhelm Peltzer und Daniel Heyer. Gefertigt wurde sie im Jahre 1738. Andere Kupfermeister sponserten die Anschaffung von Abendmahlskanne, Kelch, Becher und Weinkrug. Diese Gegenstände stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Orgel erhielt ihre kunstvollen Verzierungen während der dritten Bauphase der Kirche einer heute unierten Gemeinde. Das 1727 von Jacob Brammerts aus Kornelimünster gebaute Instrument wurde vor 25 Jahren gegen ein neues ausgetauscht. Zeugnisse vergangener Epochen sind die Grabplatten. Die einst auf dem Kupfermeisterfiedhof gelegenen Denkmäler wurden 1993 unter der Empore aufgestellt. Die wertvollen Kalksteinplatten waren vom Verfall bedroht. Finkenbergkirche_1

Weniger Glück hatten die Kirchenfenster. Als Folge der Kriegszerstörung war von den alten Ornamenten nur noch ein Scherbenhaufen übrig.

Der damalige Küster Edmund Trümpener sicherte die Überreste und übergab sie Glasmeister Schorr. Entstanden sind kreuzförmige Glasbilder, die noch heute die Längsseiten schmücken.Die Finkenbergkirche besaß Vorgängerbauten. Den Anfang machte eine kleine Kapelle aus dem Jahre 1617. Davor fanden Gottesdienste in den Häusern der Kupfermeister statt. 1671 entstand eine neue Kirche, die1725 einem Nachfolgebau weichen musste.

Der Bau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist das Werk des Baumeisters Tillmann Roland. Die Handschrift – ein visierter Architekt des 18 Jahrhunderts – trägt auch der Kupferhof Rosenthal.

Neuen Glanz erhielt die Finkenbergkirche im Jahre 2000. Seitdem strahlt das Kircheninnere in warmen Gelbtönen.



Finkenbergkirche
Finkenberggasse 11
52222 Stolberg (Rhld.)