Breinig...

…historischer Ortskern mit Denkmalstatus und voller Leben.

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Alt Breinig, Foto: Stolberg-Touristik.

Der moderne Begriff „living history“ wird im denkmalgeschützten Straßenzug „Alt Breinig“ in beispielhafter Weise erlebbar. Leben, Wohnen, Arbeit, Gastronomie, Kunst und Kultur sind hier keine Gegensätze, sondern ergänzen sich gegenseitig und harmonisch zu einem malerischen, von heimischem Blaustein geprägten Ortsbild.

Besagter Blaustein ist Teil  mächtiger Kalksteinformationen, die in die sogenannte Vennfußfläche eingebettet sind, die in Anlehnung an die nahe gelegene, ehemalige Reichsabtei Kornelimünster auch „Münsterländchen“ genannt wird. Im Siedlungsbild tritt besagter Blaustein nicht nur in Breinig, sondern im gesamten Münsterländchen als landschaftstypisches Baumaterial ganz augenfällig in Erscheinung.

Insbesondere als Weideland sind die Kalkböden bestens geeignet und haben schon seit frühester Zeit eine sehr viel ertragreichere Viehwirtschaft zugelassen, als dies beispielsweise auf den steinigen, sumpfig-sauren Böden der Eifel der Fall war. Die im ortsnahen Bereich oft als Streuobstwiesen ausgebildeten weiten Weideflächen und die zum Teil stattlichen Gehöfte prägen auch heute noch das Erscheinungsbild der Landschaft.

Wie an den Fundamenten der in unmittelbarer Nähe gelegenen gallo- römischen Tempelanlage Varnenum zu erkennen ist, sind die Verwendung von Kalkstein als Baumaterial bzw. als Werkstein für Bildhauer und somit auch die Spuren der Steingewinnung, also aufgegebene sowie noch in Betrieb befindliche Steinbrüche, seit mindestens 2000 Jahren evidenter Bestandteil unserer Kulturlandschaft.

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Varnenum, Fundamente der Tempelanlage
bei den 1989 durchgeführten Ausgrabungsarbeiten.
Foto: F. Holtz.

An vielen Beispielen lässt sich nicht nur für die Umgebung von Breinig zeigen, dass sich in den ehemaligen, offen gelassenen Steinbrüchen gänzlich ohne Rekultivierungsmaßnahmen interessante, ökologisch höchst wertvolle Biotope bilden, die zum Teil höchstmöglichen Schutzstatus (FFH bzw, Natura 2000) genießen und alle Stadien der Sukzessionsvegetation erkennen lassen.

Ebenfalls römischen Ursprungs und über Jahrhunderte prägend für die Ortsgeschichte war der Abbau von Eisen-, Zink- und Bleierzen. Auf den ehemaligen Erzfeldern, die (soweit noch vorhanden) mittlerweile unter Naturschutz stehen, ist unsere einzigartige Galmeiflora heimisch, die beispielsweise im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Schlangenberg auf Ihren Besuch wartet. Bergbau und Galmeiflora sind auch “Topics”, die im Informationszentrum Schlangenberg ausführlich dokumentiert sind.

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Schlangenberg, Foto: F. Holtz.