Informationszentrum Naturschutzgebiet Schlangenberg

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Der Schlangenberg, Foto: F. Holtz

Mit dem Naturschutzgebiet Schlangenberg besitzt der Stolberger Ortsteil Breinig ein wahres Landschaftsjuwel mit einer höchst wechselvollen und erstaunlichen Geschichte.

Auf den trockenen Böden der von Erzgängen durchzogenen Kalksteinzüge bildeten sich im naturbelassenen Landschaftsbild in den Bereichen flachgründiger, nährstoffarmer Böden kleinräumige Offenlandflächen mit Kalkmagerrasen aus. Dort, wo die besagten Erze an der Tagesoberfläche anstanden, entwickelte sich die schwermetalltolerante Galmeiflora, die sich bis heute erhalten hat und eine Besonderheit unserer Region darstellt.

Diese Offenlandflächen mit den partiell auftretenden  Galmeifluren waren bereits über Jahrtausende natürlicher Bestandteil unseres Landschaftsbildes, als man vor etwa 2000 Jahren damit begann, den hier anstehenden Galmei abzubauen und zur Herstellung von Messing zu nutzen. Nach dem Niedergang des römischen Reiches kam der Bergbau in diesem Gebiet zum Erliegen, bis im ausgehenden Mittelalter bzw. in der frühen Neuzeit das Gelände erneut nach Erzen durchwühlt wurde.

Im 19. Jahrhundert ging man zu großtechnischem Erzabbau über. Als nach 1870 die Erzmittel langsam verarmten, wurde der Grubenbetrieb aufgegeben und zurück blieb eine wenig attraktive Industriebrache. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Areal als militärisches Übungsgelände genutzt und ließ damals schon das Potenzial erkennen, sich ohne größere Rekultivierungsmaßnahmen zu einem wertvollen Naturschutzgebiet zu entwickeln.

Als um 1990 die Unterschutzstellung des Schlangenbergs spruchreif wurde, engagierte sich der Eifel- und Heimatverein Breinig mit der Planung und Realisierung eines Informationszentrums, das im April 1991 in der alten Schule von Breinigerberg eröffnet wurde.

Hier sind geologische, montanhistorische sowie naturräumliche Themen zum Schlangenberg und natürlich auch zur Galmeiflora ausführlich dokumentiert. Herzstück der Ausstellung ist ein 3D-Modell des Schlangenberges und seiner Umgebung sowie ein Diorama mit der Nachbildung eines typischen Landschaftsausschnittes, welcher unter Verwendung natürlicher, präparierter Elemente (Flora und Fauna) vor einem gemalten Hintergrund erstellt wurde.

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Schlangenberg-Diorama, Foto: Dr. H. Kahlen.

Unabhängig von Jahreszeit und Wetter hat der Besucher im Informationszentrum Schlangenberg Gelegenheit, ohne körperliche Anstrengung einen wichtigen Aspekt der thematisch eng verflochtenen „Highlights“ aus den Bereichen Natur und Technik kennenzulernen.

 


Öffnungszeiten: März bis Oktober Sonntags 14 bis 17 Uhr, außer an Feiertagen und in den Schulferien.

Nach Terminabsprache sind jederzeit Führungen für Besuchergruppen möglich (Tel.: 02402/36239).