Zinkhütter Hof, Museum und Industriedenkmal.

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Zinkhütter Hof, Gesamtansicht, Foto: F. Holtz.

Der Zinkhütter Hof, Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, präsentiert in drei Ausstellungsblöcken aufschlussreiche, interessante Exponate und Dokumentationen zu den Themen Messing, Zink und Nähnadel. Das aber ist längst nicht alles. Denn das Bauensemble „Zinkhütter Hof“ ist nicht nur Domizil des Museums, sondern auch ein bemerkenswertes Denkmal der Frühindustrialisierung.

Die gesamte Baugruppe aus den 1830er Jahren ist bezüglich ihrer Bausubstanz sowie ihres äußeren Erscheinungsbildes nahezu komplett erhalten geblieben. Insofern kann der Zinkhütter Hof (zumindest für Deutschland) als einzigartiges Zeitdokument frühindustrieller Zweckarchitektur gelten.

Insbesondere im östlichen und westlichen Seitenflügel besticht das Innere des Hauptgebäudes (ehemalige Glashütte) durch die beeindruckende Backsteinarchitektur der als Spitzbogen ausgeführten Pfeiler- bzw. durchbrochenen Tragwerkskonstruktionen.

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Foto: F. Holtz

Die Architektur der einzelnen Baugruppen und insbesondere deren Anordnung zueinander erinnern an die klassische, traditionelle Form eines Gutshofes, wobei dem Hüttendirektor nunmehr die Rolle und auch die Autorität des Gutsherrn zufiel.

Fernerhin ergibt sich der besondere Wert dieser Anlage u.a. aus der wirtschaftshistorischen Relevanz des Standortes. Der Zinkhütter Hof gehörte zu einem stark differenzierten Industriekomplex, der seinerseits Teil eines Industriegürtels gewesen ist, der sich von Aachen über Stolberg bis nach Eschweiler erstreckte und mit Fug und Recht als erste zusammenhängende Industrielandschaft auf deutschem Boden gelten kann.

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