Museumssägewerk Zweifall

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Foto: R. Jansen.

Obschon die Bewirtschaftung des Waldes sich im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt hat, sind die umliegenden Waldgebiete, zusammen mit der hier ansässigen Eisenhüttenindustrie, für die wirtschaftliche Entwicklung des „Walddorfes“ Zweifall über Jahrhunderte bestimmend gewesen.

Zur Verhüttung von Eisen benötigte man bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Holzkohle in großen Mengen, die vorwiegend aus Buchenholz gebrannt wurde. Wie überall in der Eifel erzählen auch in der Umgebung von Vicht und Zweifall zahlreiche Meilerplatten (sorgfältig eingeebnete, kreisförmige Geländeformen) von der Tätigkeit der Köhler, die in einfachsten Köhlerhütten, fernab von Haus und Familie, oft wochenlang im Wald tätig waren.

Als zu Anfang des 19. Jahrhunderts die kostspielige Holzkohle in der Metallurgie durch den Einsatz von Koks entbehrlich wurde, begann man in der gesamten Nordeifel mit der großflächigen Anpflanzung von relativ schnell wachsendem Fichtenwald, der eine ökonomisch lohnende Forstwirtschaft erwarten ließ. Fichtenstämme fanden u.a. in den Bergwerken als Grubenholz Verwendung. Insbesondere in den Steinkohlegruben des Inde- und Wurmreviers wurden große Mengen Fichten- und Kiefernholz zum Ausbau (Verzimmerung) der Stollen unter Tage benötigt.

Als man um die Mitte des 19. Jahrhunderts dieses Holz ernten konnte, entstanden in Zweifall eine Vielzahl von Sägewerken zur Herstellung von Brettern und Kanthölzern. Zu Blütezeiten waren in dem kleinen Ort bis zu zehn Sägewerke aktiv. Heute sägt nur noch ein Betrieb Laub- und Nadelholz aus der Region. Aber das am Forsthaus Zweifall in Kooperation zwischen der Landesforstverwaltung NRW-Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde und dem Förderverein Museumssägewerk Zweifall 2008 entstandene Museumssägewerk zeigt der Nachwelt die alte und bewährte Sägewerkstechnik. Fernerhin bietet die Ausstellung detaillierte Informationen zur Ortsgeschichte und zur Technologie-Entwicklung in der Holzernte und der Holzverarbeitung.