Die drei Altstadtkirchen

resize_179x120.jpg   resize_158x119.jpg resize_184x119.jpg

Von links nach rechts: St. Lucia-Kirche, Vogelsangkirche, Finkenbergkirche.
Fotos: Axel Pfaff und F. Holtz.

Rückblickend betrachtet entstand mit dem Zuzug von Protestanten und Lutheranern im 16. und 17. Jahrhundert in Stolberg eine Bevölkerungsstruktur, die an den modern-saloppen Ausdruck „Multi-Kulti“ erinnert. Sicher ist, dass die protestantischen Kupfermeister und die lutheranischen Arbeiter den katholischen Territorialherren (Jülicher Lehensleute und Äbte von Kornelimünster) willkommen waren.

Unklar muss allerdings bleiben, ob hierfür eine tolerante Gesinnung ausschlaggebend war oder ob fiskalische Erwägungen im Vordergrund standen.

Wie dem auch sei, im 17. Jahrhundert gesellten sich zu der katholischen St. Lucia-Kirche die  lutheranische Vogelsangkirche sowie die protestantische Finkenbergkirche hinzu, die sich in trauter „Dreisamkeit“ (auch geographisch) aus den Niederungen der Altstadt erheben.

In Anspielung auf die Wetterfahnen dieser drei Altstadtkirchen (Hahn, Schwan, Engel) prägte der katholische Pfarrer Roland Ritzefeld um 1850 den Spruch:

D'r katkollische Hahn,
D'r evangällische Schwan
Un d'r protestantische Engel
Driehne all an eene Schwängel.
(Drehen alle an einer Kurbel)

Wenn auch humoristisch gemeint, lässt dieser Vierzeiler eine für die damalige Zeit bemerkenswerte Toleranz erkennen.

Unsere drei Altstadtkirchen sind nicht nur Spiegelbild geschichtlicher Entwicklungen, sie weisen auch – jede für sich – Besonderheiten auf, die es zu entdecken gilt.