Burg Stolberg

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Burg Stolberg mit Lucia-Kirche,
Foto: Stolberg-Touristik

Gleichgültig aus welcher Richtung man sich der Stolberger Altstadt nähert, die Burg wird als Wahrzeichen, als beherrschendes Architekturelement wahrgenommen. Der gewaltige Baukörper steht auf einem Felssporn, der sich aus dem verwinkelten Häusergewirr der Altstadt emporhebt.

Mit diesem Bauwerk ist eine Höhenburg als Neuerrichtung des 15. und 16. Jh. erhalten, die durch typologische Reinheit und wenig neuzeitliche Überprägung Seltenheits- sowie hohen Denkmalwert besitzt. Somit kann Stolberg nicht nur mit einer Burg aufwarten, sondern mit einer baugeschichtlich höchst interessanten Rarität.

Die Burganlage wird heute vorwiegend als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte genutzt. Im Obergeschoss befindet sich die Burggalerie, ein großzügig angelegter Raum, wo regelmäßig Kunstausstellungen stattfinden. Das Mittelgeschoss mit Rittersaal und Kemenate dient als Veranstaltungsort für Konzerte, private sowie öffentliche Feiern.

Auf der unteren Ebene bietet die Burganlage gepflegte Gastlichkeit in romantischem Ambiente. Aus touristischer Sicht wurde die Burg Anfang 2012 durch eine gelungene Inszenierung mittelalterlichen Flairs stark aufgewertet. Auch die Inneneinrichtung der Burg wird mit zahlreichen nachempfundenen, mittelalterlichen Accessoires den Erwartungen gerecht, die sich dem Besucher auf Grund des imposanten äußeren Erscheinungsbildes der Anlage aufdrängen.

Zahlreiche „Großevents“ wie beispielsweise Stadtfest, Weihnachtsmarkt, Kupfermeistertreffen etc. profitieren von der Strahlkraft und dem Flair der Burganlage mit den auf mehreren Ebenen angeordneten stimmungsvollen Burghöfen.

Entwicklungsgeschichte der Burg
Die Anfänge der Burg und somit des Ortes Stolberg reichen zurück bis ins 12. Jh. Das Geschlecht derer von Stalburg, welches auch namengebend für unseren Ort gewesen ist, errichtete damals eine Burganlage, deren Erscheinungsform uns zwar weitgehend unbekannt ist, die aber dem Typus einer hochmittelalterlichen Höhen- bzw. Spornburg zugeordnet werden muss.

Nachdem die Burg 1375 belagert, eingenommen und geschleift worden war, errichtete Wilhelm von Nesselrode, Lehensmann der Grafen von Jülich, um 1450 an gleicher Stelle eine neue, spätmittelalterliche Anlage, die sowohl dem Anspruch einer verteidigungsfähigen Festung als auch dem eines repräsentativen Wohnsitzes genügte.

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Burg Stolberg um 1544 nach E. Walschaple
Aquarell von G. Dodt

Durch einen im späten 16. Jh. erfolgten Ausbau erhielt die Burganlage einen fast schlossartigen Charakter, der als zeittypisches Phänomen für den Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit gelten kann. Zeittypisch auch deshalb, weil die fortifikatorischen Bauelemente (Schildmauern und Osttürme) bei diesem Ausbau nicht mehr geändert wurden und der Vernachlässigung anheim fielen.

1888 ersteigerte der Stolberger Fabrikant Moritz Kraus die mittlerweile dem Verfall preisgegebene Burg und ließ sie von den beiden Architekten Carl Schleicher und Alfred Müller-Grah, dem damaligen Zeitgeschmack folgend, mit vielen Stilelementen des Historismus (Zinnenkränze usw.) wieder aufbauen. 1909 schenkte Moritz Kraus die wiederaufgebaute Burg den Stolberger Bürgern als unverkäufliches Erbe.

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Burg Stolberg um 1900
Quelle: Stadtarchiv Stolberg

Schwere Beschädigungen während des 2. Weltkrieges machten eine weitere Renovierung erforderlich, in deren Verlauf die stilwidrigen Zutaten abgetragen wurden. Das äußere Erscheinungsbild des zentralen Baukörpers entspricht heute weitgehend dem Bauzustand, der im 17. und 18 Jahrhundert vorhanden war und erfüllt somit wieder den Anspruch historischer Authentizität.

Quelle: Alphabet der Heimatkunde


Zu den Öffnungszeiten der Burg kann man sich einen Eindruck des Stolberger Erbe verschaffen:
1. Oktober bis 31. März von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
1. April bis 30. September von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Zur Burg Stolberg kann man zu Fuß durch die historische Altstadt gelangen oder auch mit dem PKW. Ein Parkplatz befindet sich direkt an der Burg auf dem Faches-Thumesnil-Platz, den man über die Katzhecke erreichen kann. In einer Entfernung von einem ca. 10  minütigen Fußweg befindet sich zudem das Victor-Parkhaus, das über die Bergstraße zu erreichen ist. Über die Einfahrt Zweifaller Straße gelangt man zu weiteren Parkmöglichkeiten, die in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt und zur Burg liegen.