Partnerstädte

Partnerstädte

Faches-Thumesnil (Frankreich)

http://www.ville-fachesthumesnil.fr/portail/public

Knapp 300 km von Stolberg entfernt liegt die französische Stadt Faches-Thumesnil unmittelbar an der belgischen Grenze in Nordfrankreich.

Das Stadtbild ist stark vom Vorstadtcharakter zu Lille geprägt. Die 17.000  Einwohner leben fast ausschließlich in Ein- bis Zweifamilienhäusern. Viele von ihnen sind mit dort gewonnenem weißem Kalkstein gebaut.

Die Geschichte der Stadt lässt sich bis in das 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Die französische Revolution beendete die Herrschaft der Könige von Estimux, die bis dahin Herren von Faches waren. 1914 wurden die beiden Gemeinden Faches und Thumesnil zusammengeschlossen und der heutige Doppelname geprägt.

Bereits vor der offiziellen Partnerschaft bestand ein reger Austausch auf kultureller und sportlicher Basis. Die ersten Stolberger Kontakte fanden im Frühjahr 1988 in Faches-Thumesnil statt. Man sah dort eine Vorstadt mit Flair, die in eine Partnerschaft sehr viel einzubringen hatte. Die verhältnismäßig geringe Entfernung zu Stolberg war geeignet, ein positives Partnerschaftsleben zu erhoffen. Neben Sportstätten für alle Bereiche verfügt Faches-Thumesnil über ein modernes Kulturzentrum, das sehr viele Möglichkeiten einer Betätigung bietet. Das Vereinsleben ist dort sehr stark ausgeprägt. Es gibt ca. 110 Vereine mit 8.000 Mitgliedern.

Diese Aspekte waren wohl neben der Aufgeschlossenheit der Bevölkerung ausschlaggebend, sich für eine Städtepartnerschaft mit Faches-Thumesnil zu entscheiden. Nahezu zeitgleich entschieden sich auch die Gremien in Frankreich, die "Ehe" mit Stolberg einzugehen.

Am 07.10.1989 kam eine knapp 60 Personen starke Gruppe der Partnerstadt in spe nach Stolberg. In einer feierlichen Ratssitzung wurden die Partnerschaftsurkunden ausgetauscht und das Ereignis mit einer würdigen Feier in den Räumlichkeiten der Burg begangen. Der Gegenbesuch erfolgte am 14.10.1989 in Faches-Thumesnil, wo die Zeremonie mit französischem Flair in unkomplizierter Art wiederholt wurde.

An den gegenseitigen Besuchen waren sehr viele Bevölkerungsgruppen beteiligt, um einen Austausch von der offiziellen Seite in das tatsächliche Miteinander der Bürger zu übertragen. Der Sinn dieser Partnerschaft war ja insbesondere darauf ausgerichtet, unmittelbare Kontakte zwischen den Bürgern herzustellen, um ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen.

Seit damals hat in fast allen Lebensbereichen ein Austausch stattgefunden, der die Partnerschaft mit Leben erfüllt hat. Als Beispiel sei hier der Kontakt von Schulen untereinander genannt. In einer Grundschule in Faches-Thumesnil wird bereits deutsch unterrichtet, was sicherlich dazu beiträgt, dass bereits die Jüngsten über das Kennenlernen der Anderen zu einem dauerhaften Miteinander finden.

Kontakt Partnerschaftskomitee:
Fr. Gisela Kopp
Enzianweg 14
52222 Stolberg
Tel.: 02402 / 29375

Stolberg (Harz)

http://www.stadt-stolberg.de

Am Rande des Südharzes in einer Höhenlage von 300 bis 350 m erstreckt sich das malerische Städtchen Stolberg. Als Urlaubsort ist dieses reizvolle Fleckchen Erde im Nordwesten des Kreises Sangerhausen im Bundesland Sachsen-Anhalt sehr gefragt.

Stolberg (Harz) hat eine lange wechselnde Geschichte und gehört zu den ältesten Siedlungen des Südharzes. Die Geschichte von Stolberg (Harz) und Stolberg (Rhld.) weist viele Gemeinsamkeiten auf. 

So wurde schon um 794 im Harzer Raum Bergbau betrieben. Auf dem Standort des heutigen Schlosses erfolgte vermutlich im 10. Jahrhundert die Gründung der Burg, in deren Schutz sich die zu diesem Zeitpunkt schon bestehende Siedlung weiter-entwickelte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der zur Herrschaft der Grafen von Stolberg gehörende Ort im Jahre 1157. Neben dem Bergwerksrecht besaßen die Stolberger Grafen im Harz seit dem 13. Jahrhundert das Münzrecht.

Die wohl bedeutendste Persönlichkeit, die Stolberg (Harz) im Laufe seiner Geschichte hervorgebracht hat, ist zweifelsohne Thomas Müntzer, der hier um 1489 geboren wurde. Als Theologe war er erst Anhänger, später jedoch Gegner Martin Luthers. Er verband mit der Verkündigung des Evangeliums sozial-revolutionäre Forderungen. Als einer der wichtigsten ideologischen Führer des Bauernkrieges vertrat er die Ziele einer Volksreformation und kämpfte für die Rechte des gemeinen Volkes und die Neugestaltung der Gesellschaft. Fürstliche Ritterheere schlugen den Aufstand blutig nieder. Thomas Müntzer wurde schließlich am 27.05.1525 hingerichtet.

Anlässlich seines 500. Geburtstages wurde Stolberg (Harz) 1989 der Ehrenname "Thomas-Müntzer-Stadt" verliehen.

Das 16. Jahrhundert war die Blütezeit der städtebaulichen Entwicklung Stolbergs. Prächtige, reich verzierte Fachwerkbauten entstanden zu dieser Zeit im Stil der Spätgotik sowie der Renaissance, wobei besonders das kunstvolle Schnitzwerk an Portalen und Fachwerkgeschossen Ausdruck einer hohen handwerklichen Meisterschaft seiner Schöpfer ist. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Stolberg (Harz) zählt das im Jahre 1482 errichtete dreigeschossige Rathaus, welches um 1600 umfassend renoviert wurde. Das prachtvolle Gebäude stellt ein Baukuriosum dar, da es innen keine Treppen aufweist und der Zugang zu den einzelnen Stockwerken nur von außen möglich ist.

In seiner Sitzung am 27.08.1985 beauftragte der Rat der Stadt Stolberg (Rhld.) die Verwaltung auf Antrag aus der Bürgerschaft, Kontakte mit einer Stadt in der DDR oder mit einem anderen osteuropäischen Land zwecks Abschluss einer Städtepartnerschaft aufzunehmen. Das Begehren zum Abschluss einer Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der damaligen DDR wurde der Ständigen Vertretung der Deutschen Demokratischen Republik am 10.9.1985 vorgetragen. Dabei wurde der Wunsch geäußert, nach Möglichkeit eine Verbindung zu der gleichnamigen Stadt Stolberg im Harz herzustellen. Dieses lehnte die Ständige Vertretung der Deutschen Demokratischen Republik jedoch am 18.9.1985 ab.

Im Jahre 1986 wurde erneut ein Vorstoß bei der Ständigen Vertretung der Deutschen Demokratischen Republik unternommen, der jedoch ebenfalls leider nicht von Erfolg gekrönt war.

Erst ein glücklicher Zufall brachte die Angelegenheit im September 1989 wieder ins Rollen. Ein postalisch fehlgeleitetes Schreiben der Facultat de teologia de Catalunya (Barcelona in Spanien) und die günstige politische Entwicklung in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik kamen der Stadt Stolberg (Rhld.) hier zu Hilfe. Die Facultat de teologia de Catalunya wandte sich an den Bürgermeister der Stadt Stolberg mit der Bitte um Auskunft über die Persönlichkeit Thomas Müntzers, der im Jahre 1989 seinen 500jährigen Geburtstag feierte. Diesen Brief erhielt irrtümlich Bürgermeister Hennig.

Da Thomas Müntzer ein bedeutender Sohn der Stadt Stolberg (Harz) war, leitete Bürgermeister Hennig diesen Brief an seinen Amtskollegen weiter. Gleichzeitig trug er den Wunsch der Stadt Stolberg (Rhld.) auf Abschluss einer Städtepartnerschaft mit der Stadt Stolberg (Harz) vor. Am 23.11.1989 teilte der Rat der Stadt Stolberg (Harz) mit, dass er an einer Verbindung mit einer Stadt in der Bundesrepublik Deutschland interessiert sei.

Schnell einigte man sich auf einen Gesprächstermin. Auf Einladung der Stadt Stolberg (Rhld.) weilte in der Zeit vom 4.2.-6.2.1990 eine 20köpfige Delegation aus Stolberg (Harz) in der Kupferstadt. Dieser Aufenthalt diente dazu, die Reize unserer Stadt näher kennen zu lernen. Gleichzeitig wurden die bestehenden Kontakte weiter vertieft und zielstrebig in Richtung auf Abschluss einer Städtepartnerschaft hingearbeitet.

Der Gegenbesuch in Stolberg (Harz) fand in der Zeit von 30.3.-1.4.1990 statt. Bei dieser Gelegenheit wurde am 31.3.1990 dort in einer Feierstunde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Die Gegenzeichnung erfolgte am 18.5.1990 im Rahmen eines Freundschaftsabends in  der Stadthalle Stolberg (Rhld.). Damit war die Städtepartnerschaft Stolberg (Rhld.) - Stolberg (Harz) offiziell besiegelt.

Zwischenzeitlich wurden die bestehenden Kontakte intensiviert. Auf zahlreichen Ebenen fanden Begegnungen statt. Wertvolle Hilfestellung zum Aufbau einer leistungsfähigen Kommunalverwaltung in Stolberg(Harz) wurde durch die Entsendung von Mitarbeitern der hiesigen Verwaltung und die Bereitstellung von technischen Einrichtungen geleistet.

 

Unsere französische Partnerstadt Valognes

Hinweis: Die Inhalte wurden komplett überarbeitet und stehen zunächst nur als pdf. download zur Verfügung.
Wir bitten um Ihr Verständnis:

Doppelpfeilrechts  zum download